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Stammesführungslehrgang „Kaleidoskop“

trong>Samstag, 28. März bis Ostermontag, 6. April 2015

Verbindlich ist der Lehrgang für alle Stammes- und Ringführungen, die noch nicht teilgenommen haben. Herzlich eingeladen sind Menschen in unserem Bund, die im Laufe des Jahres in eine Stammes- oder Ringführung gewählt werden möchten – oder noch überlegen, sich zur Wahl zu stellen.

Über kaleidoskop@dpbm.de kannst du weitere Informationen erhalten und dich bis spätestens 28. Februar 2014 anmelden.

So wie ein Kaleidoskop immer neue Bilder entstehen lässt, ist auch die Arbeit in der Stammesführung sowohl von überraschenden Veränderungen, als auch von einem harmonischen Zusammenspiel und vielfältigen Möglichkeiten geprägt. Einer neuen Stammesführung stehen viele Herausforderungen bevor, aber auch viele neue Erfahrungen und tolle Erlebnisse. Beim Stammesführungslehrgang wollen wir dir dafür Anregungen und Denkanstöße mit auf den Weg geben, Know-How vermitteln, Antworten auf bislang unbeantwortete Fragen finden und ein Forum bieten, in dem du dich mit Gleichgesinnten austauschen kannst.

Wann: Samstag, 28. März bis Ostermontag, 6. April 2015
Ort: Jugendhof Basaltkuppe, 53534 Hoffeld
Leitung: Tine
Kostenbeitrag: 75,50 Euro pro Person

Die stärksten Wölflinge

ne Fahrt im Herbst mit dem ganzen Ring ? Wie soll das denn funktionieren? 60 Leute zum Wandern zu bewegen ist schon eine Herausforderung, doch wir stellten uns ihr. Auch wenn es anfangs noch etwas kompliziert wirkte, waren wir voller Hoffnung.

Geplant war eine Anwanderung in kleinen Gruppen, bestehend aus jeweils zwei Sippen verschiedener Stämme. Mittwochabend ging es dann los. Da wir die Zeitumstellung dieses Jahr schon hinter uns gebracht hatten, wurde es zu dieser Jahreszeit schon sehr früh dunkel. Also war unser erstes Ziel direkt ein Schlafplatz für den Abend. Den muss man in der Fränkischen Schweiz nicht sehr lange suchen. Neben uns stapelten sich nur so die perfekt geeigneten Wiesen. Wir hatten die Qual der Wahl. Nachdem wir uns geeinigt hatten, bauten wir zügig die Kohte auf und entzündeten ein Feuer, das uns Wärme spendete, denn sobald man stehen blieb und den Rucksack absetzte, drang die Kälte bis zu den Knochen und man bibberte am ganzen Körper. Mit dem Feuer ging es allen gut und wir machten uns einen gemütlichen Abend mit der fränkischen Spezialität der Raubvögel: Bodaggn (Kartoffeln) Salat und einem Karpfenersatz. Und so versanken wir in tiefe Diskussionen und machten uns irgendwann auch auf den Weg in unseren Schlafsack.

Und so versanken wir in tiefe Diskussionen und machten uns irgendwann auch auf den Weg in unseren Schlafsack.

Donnerstagmorgen liefen wir nach dem Frühstück so schnell wie möglich weiter, da die Kälte nicht sonderlich nachließ und wir an diesem Abend auch schon die nächsten zwei Sippen treffen sollten. Auf einem angenehmen Wanderweg ging es also weiter, bis wir eine zauberhafte Kreuzung erreichten und uns nur eine einzige Möglichkeit in den Sinn kam, um weiter bei so guter Laune zu bleiben: Ein Feuer. Also suchten wir sofort Holz und ließen uns mitten auf der Kreuzung nieder. Da die Schwarzen Löwen sehr motiviert waren, uns ein großes Münchner Festmahl zu servieren, begannen sie mit dem überaus leckeren Mittagessen. Das dauerte zwar seine Zeit, schmeckte aber deutlich besser, als man unter diesen Umständen erwartet hätte. Es gab Semmelknödel mit Rahmschwammerl. Wir wollten die nächste Gruppe, die wir treffen sollten, nicht zu lange warten lassen. Also beschlossen wir, direkt weiterzulaufen. Wir hatten noch einiges an Strecke vor uns. Um in Hoffend noch vor der Dunkelheit anzukommen, legten wir uns ordentlich ins Zeug, doch das half nicht viel. Eine halbe Stunde nach dem eigentlich abgemachten Zeitpunkt sahen wir die ersten Taschenlampen weiter weg und kurz darauf die ersten lärmenden Kinder. Wir hatten unser Ziel für diesen Tag erreicht. Also Feuer an, Kohte aufgebaut, Essen gemacht und Gitarre gestimmt; so genossen wir alle zusammen einen schönen Abend.

Es gab Semmelknödel mit Rahmschwammerl.

Der nächste Morgen kam und wir machten uns nach unserem morgendlichen Frühstücksfeuer mal wieder auf den Weg, es ging bergauf, bergab bis nach Gräfenberg. Wir kamen in einem höher gelegenen Dörfchen an, in dem uns gruselige Gestalten empfingen. Es war die Nacht der Nächte: Halloween. Doch die Monster erschraken eher vor uns als wir vor ihnen. Es war Freitag, also der Tag, an dem der ganze Ring zusammen kam. Alle Gruppen, die schon die letzten Tage gehaikt waren, plus die Wölflinge und die „Arbeiterschicht“, die leider keine Ferien hatten. Die Pünktlichkommer hatten schon einen schönen Platz gefunden und mit unserer Kohtenkonstruktion, einer „Karawane“, bestehend aus vielen aneinandergebauten Kamelen, angefangen. Es war ein schöner Abend mit dem ganzen Ring am Lagerfeuer. Alle aßen genüsslich ihr Sandwich und sangen danach lauthals in die Nacht.

Der Abend sollte ein ganz besonderer Abend für den Ring werden, denn das lang ersehnte neue Ringbanner wurde eingeweiht.

Am Samstag verlief die erste Etappe bis nach Hiltpoltstein besser als gedacht, allerdings hatten sich die Wölflinge mit ihren 60-Liter Rucksäcken zu viel vorgenommen. Also beschlossen wir nach der sonnigen Mittagspause den Sipplingen einen Vorsprung zu lassen, damit diese schon mal den Lagerplatz vorbereiten konnten. Endlich angekommen erkundeten wir den Lagerplatz und die Höhle für unsere Singerunde, die ein ganzes Stück weiter oben am Hang gelegen war. Allerdings war es nicht sehr einfach dorthin zu gelangen, es konnte passieren, dass man ungewollt auf dem Laub am Boden den Berg wieder nach unten surfte. Nachdem es alle hoch geschafft hatten, stimmten wir zur Singerunde an. Der Abend sollte ein ganz besonderer Abend für den Ring werden, denn das lang ersehnte neue Ringbanner wurde eingeweiht. Also sorgte man für Ruhe und alle warteten gespannt auf die Enthüllung des neuen Banners. Es wurde traditionell eingeweiht und feierlich sangen wir noch den ganzen Abend bis in den frühen Morgen und bahnten uns dann wieder den Weg zurück nach unten zu den Zelten.

Nach einer erfolgreichen Rückreise kann ich nur sagen, dass die Fahrt ein voller Erfolg war. Das ist ganz sicher eine Wiederholung wert.

Eine internationale Reise führte mich bis ans Ende der Welt

r Bund der Pfadfinder und Pfadfinderinnen (BdP) hat zum 25. Jahrestag des Mauerfalls das einmalige Unternehmen ScoutingTrain 2014 organisiert. Pfadfinder aus Deutschland und den früheren Ostblockstaaten wollten gemeinsam von Moskau bis zum Baikalsee mit der Transsibirischen Eisenbahn fahren. Ein Zeichen für Frieden und ein gemeinsames, gefestigtes Europa setzen. Am 31. Juli starteten dann ca. 120 Pfadfinder aus verschiedenen Pfadfinderbünden Deutschlands mit der Bahn von Berlin nach Moskau. Unterwegs konnten wir miterleben, wie bei allen Waggons die Räder ausgetauscht wurden, da die Spurweite der russ. Bahn breiter ist. Die Teilnehmer wurden in 5 verschiedene «Waggons« aufgeteilt. Ich war im Waggon »Once a Scout – Always a Scout«, in dem die älteren Pfadfinder zusammen gefasst wurden. Jeder Waggon hatte einen »Schaffner«, der immer Kontakt mit dem Leitungsteam des ScoutingTrains hatte.

»Once a Scout – Always a Scout«

In Moskau kamen noch Pfadfinder aus verschiedenen Staaten des früheren Ostblocks und Russlands dazu. Wir schliefen dort auf einem Campingplatz in einem Park und lernten Moskau am nächsten Tag durch ein Stadtspiel kennen.
Am 5. August ging es dann weiter auf der Trasse der Transsibirischen Eisenbahn mit der russischen Staatsbahn gen Osten. Wir verabschiedeten uns von etwa 30 Pfadfindern, die nur an dem Stadtspiel teilgenommen hatten in einer großen Halle des Moskauer Bahnhofs, bevor wir unsere große Reise antraten. Auch in Russland gibt es eine riesige Bürokratie, die immer gefüttert werden will. Das Leitungsteam hatte Laptops, Drucker und Kopiergeräte im Zug, mit denen die Registrierung jedes Teilnehmers vorgenommen wurde.
Unsere erste Station war Perm, wo wir von den heimischen Pfadfindern herzlich willkommen geheißen wurden und Frauen in ihrer traditionellen Tracht boten uns Brot und Salz. Die Bahnhofsuhren auf der Strecke der »Transsib« gehen nach Moskauer Zeit, während die Uhren in der Stadt jeweils die Ortszeit anzeigen.
Während der Fahrt gab es immer etwas zu fotografieren, da sich die Landschaft ständig änderte und ein Samowar spendete immer heißes Wasser für Tee, Kaffee und Suppen. Gegen 22:00 Uhr erreichten wir Jekaterinburg, und haben somit Sibirien und die Grenze zwischen Europa und Asien erreicht!
Am folgenden Morgen erreichten wir Omsk. Hier begrüßte uns Thomas, ein deutscher Pfarrer, der der VCP angehört und in Russland eine Familie gründete und in Irkutsk lebt. Nach einem Stadtrundgang trafen wir uns nachmittags in einem Park, wo der Waggon »Orkestra« mit seiner vielfältigen Musik für Stimmung sorgte. Das Orchester bot hervorragende Musik, die selbst die Bevölkerung dazu brachte, russische Lieder mitzusingen. Währenddessen verteilte unser Waggon Postkarten über unser Unternehmen. Einige Mitglieder konnten sich mit der Bevölkerung in ihrer Sprache unterhalten und erklärten ihnen unser Ziel. Am Abend versammelten wir uns wieder am Bahnhof, um weiter zu fahren. Wir hatten jetzt zum ersten Mal einen klimatisierten Wagen.
Einen Tag später erreichten wir Novosibirsk (neues Sibirien), die 3. größte Stadt Russlands und die westliche Hauptstadt Sibiriens. Hier begaben sich die Teilnehmer unseres Waggons zum Hotel »Double Tree by Hilton« – man gönnt sich ja sonst nichts! Nach einem Stadtrundgang und dem Abendessen präsentierten wir uns alle wieder sehr erfolgreich im Stadtpark. Wieder spielte das Orkestra auf und die Bevölkerung war uns gegenüber sehr aufgeschlossen.
Am nächsten Tag ging es weiter durch die unendliche Weite Sibiriens nach Irkutsk, der östlichen Hauptstadt Sibiriens. Nun waren wir 5822 Bahn-Kilometer von Moskau entfernt – Moskau ist weit! Wir erreichten diese Stadt am Abend und unsere Gastgeber hatten alles für uns hervorragend vorbereitet. Am nächsten Morgen fuhren wir mit Kleinbussen in die Stadt. Im Zentrum war der Treffpunkt immer die Statue eines schwarzen Panthers mit einem Zobel im Maul, das Stadtwappen von Irkutsk. Hier nahmen wir an einem Stadtspiel in der Innenstadt teil. Hier gibt es auch eine sehr schöne Fußgängerzone, wohl einmalig in Russland. Gegen Abend starteten wir zu einer Nachttour, die uns zu den schönsten und wichtigsten Sehenswürdigkeiten führte. Am zweiten Tag trafen wir uns alle am Denkmal von Zar Alexander III, am Fluss Angara. Hier wurden mehrere interessante Workshops, wie Perlenstickerei, Bemalen von Steinen, usw. angeboten. Der Waggon Orkestar bot wieder eine ausgezeichnete Darbietung. Viel Prominenz wohnte der Musik und dem Tanz bei. Bürger in ihren typischen Trachten der Gegend brachten ihrerseits Gesänge und ein Solo auf einer Art Maultrommel dar. Am Nachmittag ging es mit mehreren Bussen zum Baikalsee, wo wir in einem Pfadfinderlager untergebracht wurden. In vorbereiteten Zelten auf einer erhöhten Plattform für je 4 Personen richteten wir uns ein. Am Tag darauf wanderten wir zum ca. zwei km entfernten Baikalsee. Hier wurde ausgiebig geschwommen. Nach der Rückkehr zum Lager und einem typisch russischen Mittagessen konnten wir an verschieden Workshops teilnehmen. Am Abend fand die Abschiedsparty mit dem Orkestar statt, da am folgenden Tag die ersten Teilnehmer wieder nach Deutschland zurückkehrten. Jeder Teilnehmer erhielt zum Abschied unter anderem einen Nagel, mit denen die Schienen der Transsibirischen Eisenbahn auf den Schwellen festgemacht wurden.
Am 16. August verließ auch ich das denkwürdige Lager, um mit der Transsibirischen Eisenbahn weiter über Ulan Bator (Mongolei) bis nach Peking zu reisen. Von da aus fuhr ich dann innerhalb von 5 Stunden noch mit dem Jinghu PDL (Schnellzug mit 300km/h) nach Shanghai.

r ScoutingTrain 2014 ist jetzt Geschichte.
Dieses Abenteuer, an dem ich teilnehmen durfte, wird für mich einen sehr hohen Stellenwert in meiner langjährigen Pfadfinderarbeit einnehmen. Man muss einfach dabei gewesen sein, um diese internationale Zusammenarbeit beschreiben zu können.

Leise weht der Wind

s Lied vermittelt Fahrtenlust, Abenteuer und Sehnsucht in einem und gehört zu jeder guten Singerunde dazu.

In einer solchen Singerunde ist die Idee geboren, den Belledonne zu besteigen.

Nachdem Google und der Stamm Graue Adler, welcher das Lied geschrieben hat, ausgefragt wurden, fiel die Entscheidung den Berg zu besteigen.

So fuhr über Vatertag 2013 eine kleine Gruppe von drei Abenteurern zum Belledonne – den Berg anzuschauen und in der Hoffnung, den Gipfel zu erreichen.

Mit der Erkenntnis, dass der Schnee im Mai noch bis zum Gürtel reicht und der Berg für ein echtes Kind der Küste doch sehr steil ist, kam der Gipfel nicht näher.

Mit tollen Bildern in der Tasche und dem Ehrgeiz, allen von diesem Abenteuer zu berichten, kamen wir zurück in den hohen Norden.

Mit tollen Bildern in der Tasche und dem Ehrgeiz, allen von diesem Abenteuer zu berichten, kamen wir zurück in den hohen Norden.

Eine Woche später, auf dem Pfingstlager, waren wir immer noch wie gebannt von dem Berg. Dies übertrug sich auf weitere Personen, die mit uns den Gipfel erstürmen wollten.

Mit den Erfahrungen vom ersten Trip rollten die Vorbereitungen an. Nach ein paar Absagen und weiteren Zusagen für den Haik, standen die Crew und das Datum für den zweiten Trip endlich fest.

Der Haik sollte im September stattfinden – ein Monat, in dem es zu früh für Schnee und zu spät für die große Hitze ist. So starteten wir am 13. September 2014 um sechs Uhr in der Früh unsere Fahrt zum Belledonne. Im Harz wurden noch schnell zwei weitere Crewmitglieder eingepackt und 14 Stunden später standen wir zu fünft am Fuß des Berges, der uns bereits mit seinem Anblick Respekt und Ehrfurcht einflößte.

Mit Rührei und Speck im Bauch machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg nach oben, Richtung Gipfel. Mit jedem Schritt aufwärts kamen eine bessere Sicht und eine noch viel bessere Aussicht. Auf 1700m, knapp über der Baumgrenze, stand eine kleine Hütte, die uns in der Nacht als Schlafplatz diente.

In der Dämmerung wurde die ganze Schönheit der Aussicht noch einmal deutlich – Grenoble bei Nacht. Wir sahen, wie die einzelnen Straßenzüge nach und nach beleuchtet wurden und zum Schluss ein Meer aus Lichtern unter uns zu sehen war.

Am zweiten Tag tippelten wir immer höher – bis auf 2300 m.

ss wir im September keine Steppen voller Blumen mehr sehen würden, war uns klar. Dass ganze Ziegen-Bataillone die Wiesen gedüngt hatten, fanden wir etwas »beschissen«.

Unser Weg ging zwischen den Bergspitzen weiter zu den sehr klaren, blau leuchtenden Schmelzseen. Wenn wir zurückschauten, konnten wir kaum glauben, dass jemand aus der Richtung kommen kann, denn die Wege waren mit der Landschaft verschmolzen.

In einem kleinen Tal mit Fluss, wo das Ziegen-Bataillon bereits gewesen war, stand ein richtiges Häuschen mit Plumpsklo und Doppelstockbetten. Dies alles war bilderbuchverdächtig.

Um Gewicht zu sparen, haben wir bei Globetrotter ein paar Trekkingessen mitgenommen – was für ein überteuerter, ungenießbarer kleiner Haufen Pampe. Alle, die den Gedanken gehabt haben, diese Tüten zu kaufen – lasst es sein, kauft lieber einen Sack Kartoffeln. Die sind lecker und machen satt.

Um Gewicht zu sparen, haben wir bei Globetrotter ein paar Trekkingessen mitgenommen – was für ein überteuerter, ungenießbarer kleiner Haufen Pampe. Alle, die den Gedanken gehabt haben, diese Tüten zu kaufen – lasst es sein, kauft lieber einen Sack Kartoffeln. Die sind lecker und machen satt.

Wir schliefen in den Doppelbetten in diesem schönen Tal nicht alleine. Vier Portugiesen, die irgendwo in dieser Wildnis Montagearbeiten durchführten, nutzten das Häuschen ebenfalls. Sie starteten die Dieselgeneratoren, um TV zu sehen und grillten, nachdem wir hungrig unsere Pampe runter gewürgt hatten.

Am nächsten Morgen weckten uns die Sonnenstrahlen – oder eher den Rest von uns, der noch nicht von dem Schnarchen der vier Portugiesen wach war.

Wir versteckten unsere Ausrüstung hinter dem Haus, nahmen nur das Wichtigste mit und brachen zum Gipfel des Belledonne auf.

Wir gelangten immer tiefer in die schöne, ungezähmte Natur bis zu den kalten Steinen, die, je höher wir kamen, immer mehr mit kleinen Schneeinseln bedeckt waren. 200 Höhenmeter vor dem Gipfel kreuzten uns geisterhafte Wolkenberge, die uns die Sicht auf den quälenden, steilen Weg oft genug verbargen.

nn waren wir endlich oben am Gipfelkreuz. Und wie im Lied, waren alle Mühen, Schmerzen und verlorenen Kräfte vergessen. „Und der Wind weht leis“. Wie unwichtig alles auf einmal sein kann, wenn man so weit ins Tal sehen kann.

Wieder am Haus, ruhten wir uns richtig aus. Der vierte Tag war leider schon der Abstieg oder der Abschied – je nachdem, wie man es sehen möchte. Jeder Schritt abwärts wurde von einem lachenden Auge, aufgrund des guten Essens und von einem weinenden Auge, weil wir dieser wunderschönen Bergwelt den Rücken kehrten, begleitet.

Am Nachmittag nach dem Abstieg gingen wir als Sightseeing-Touristen durch Grenoble und traten am nächsten Morgen die Heimreise an.

Wieder zu Hause haben die Erinnerungen an den Belledonne immer noch etwas Unwirkliches.

Ich kann jedem Abenteuerlustigen raten, diesen Berg zu erleben und hoffe, dass mich die Eile der Zivilisation nicht so schnell wieder einholt.

Belledonne – Leise weht der Wind

ign="justify">Das Lied vermittelt Fahrtenlust, Abenteuer und Sehnsucht in einem und gehört zu jeder guten Singerunde dazu. In einer solchen Singerunde ist die Idee geboren, den Belledonne zu besteigen. Nachdem Google und der Stamm Graue Adler, welcher das Lied geschrieben hat, ausgefragt wurden, fiel die Entscheidung den Berg zu besteigen. So fuhr über Vatertag 2013 eine kleine Gruppe von drei Abenteurern zum Belledonne – den Berg anzuschauen und in der Hoffnung, den Gipfel zu erreichen. Mit der Erkenntnis, dass der Schnee im Mai noch bis zum Gürtel reicht und der Berg für ein echtes Kind der Küste doch sehr steil ist, kam der Gipfel nicht näher.

Mit tollen Bildern in der Tasche und dem Ehrgeiz, allen von diesem Abenteuer zu berichten, kamen wir zurück in den hohen Norden.

ign="justify">Mit tollen Bildern in der Tasche und dem Ehrgeiz, allen von diesem Abenteuer zu berichten, kamen wir zurück in den hohen Norden. Eine Woche später, auf dem Pfingstlager, waren wir immer noch wie gebannt von dem Berg. Dies übertrug sich auf weitere Personen, die mit uns den Gipfel erstürmen wollten. Mit den Erfahrungen vom ersten Trip rollten die Vorbereitungen an. Nach ein paar Absagen und weiteren Zusagen für den Haik, standen die Crew und das Datum für den zweiten Trip endlich fest. Der Haik sollte im September stattfinden – ein Monat, in dem es zu früh für Schnee und zu spät für die große Hitze ist. So starteten wir am 13. September 2014 um sechs Uhr in der Früh unsere Fahrt zum Belledonne. Im Harz wurden noch schnell zwei weitere Crewmitglieder eingepackt und 14 Stunden später standen wir zu fünft am Fuß des Berges, der uns bereits mit seinem Anblick Respekt und Ehrfurcht einflößte. Mit Rührei und Speck im Bauch machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg nach oben, Richtung Gipfel. Mit jedem Schritt aufwärts kamen eine bessere Sicht und eine noch viel bessere Aussicht. Auf 1700m, knapp über der Baumgrenze, stand eine kleine Hütte, die uns in der Nacht als Schlafplatz diente. In der Dämmerung wurde die ganze Schönheit der Aussicht noch einmal deutlich – Grenoble bei Nacht. Wir sahen, wie die einzelnen Straßenzüge nach und nach beleuchtet wurden und zum Schluss ein Meer aus Lichtern unter uns zu sehen war.

ign="justify">Am zweiten Tag tippelten wir immer höher – bis auf 2300 m. Dass wir im September keine Steppen voller Blumen mehr sehen würden, war uns klar. Dass ganze Ziegen-Bataillone die Wiesen gedüngt hatten, fanden wir etwas »beschissen«. Unser Weg ging zwischen den Bergspitzen weiter zu den sehr klaren, blau leuchtenden Schmelzseen. Wenn wir zurückschauten, konnten wir kaum glauben, dass jemand aus der Richtung kommen kann, denn die Wege waren mit der Landschaft verschmolzen. In einem kleinen Tal mit Fluss, wo das Ziegen-Bataillon bereits gewesen war, stand ein richtiges Häuschen mit Plumpsklo und Doppelstockbetten. Dies alles war bilderbuchverdächtig.

Um Gewicht zu sparen, haben wir bei Globetrotter ein paar Trekkingessen mitgenommen – was für ein überteuerter, ungenießbarer kleiner Haufen Pampe. Alle, die den Gedanken gehabt haben, diese Tüten zu kaufen – lasst es sein, kauft lieber einen Sack Kartoffeln. Die sind lecker und machen satt.

ign="justify">Um Gewicht zu sparen, haben wir bei Globetrotter ein paar Trekkingessen mitgenommen – was für ein überteuerter, ungenießbarer kleiner Haufen Pampe. Alle, die den Gedanken gehabt haben, diese Tüten zu kaufen – lasst es sein, kauft lieber einen Sack Kartoffeln. Die sind lecker und machen satt. Wir schliefen in den Doppelbetten in diesem schönen Tal nicht alleine. Vier Portugiesen, die irgendwo in dieser Wildnis Montagearbeiten durchführten, nutzten das Häuschen ebenfalls. Sie starteten die Dieselgeneratoren, um TV zu sehen und grillten, nachdem wir hungrig unsere Pampe runter gewürgt hatten.

ign="justify">Am nächsten Morgen weckten uns die Sonnenstrahlen – oder eher den Rest von uns, der noch nicht von dem Schnarchen der vier Portugiesen wach war. Wir versteckten unsere Ausrüstung hinter dem Haus, nahmen nur das Wichtigste mit und brachen zum Gipfel des Belledonne auf. Wir gelangten immer tiefer in die schöne, ungezähmte Natur bis zu den kalten Steinen, die, je höher wir kamen, immer mehr mit kleinen Schneeinseln bedeckt waren. 200 Höhenmeter vor dem Gipfel kreuzten uns geisterhafte Wolkenberge, die uns die Sicht auf den quälenden, steilen Weg oft genug verbargen. Dann waren wir endlich oben am Gipfelkreuz. Und wie im Lied, waren alle Mühen, Schmerzen und verlorenen Kräfte vergessen. „Und der Wind weht leis“. Wie unwichtig alles auf einmal sein kann, wenn man so weit ins Tal sehen kann.

ign="justify">Wieder am Haus, ruhten wir uns richtig aus. Der vierte Tag war leider schon der Abstieg oder der Abschied – je nachdem, wie man es sehen möchte. Jeder Schritt abwärts wurde von einem lachenden Auge, aufgrund des guten Essens und von einem weinenden Auge, weil wir dieser wunderschönen Bergwelt den Rücken kehrten, begleitet. Am Nachmittag nach dem Abstieg gingen wir als Sightseeing-Touristen durch Grenoble und traten am nächsten Morgen die Heimreise an. Wieder zu Hause haben die Erinnerungen an den Belledonne immer noch etwas Unwirkliches. Ich kann jedem Abenteuerlustigen raten, diesen Berg zu erleben und hoffe, dass mich die Eile der Zivilisation nicht so schnell wieder einholt.

Socke, Stamm Eulen

Leise weht der Wind auf haddak.de.

Siegfried, der den Drachen vertrieb und tötete

war einmal ein Drache, der die Bewohner am Rhein das Fürchten lehrte. Keiner traute sich an ihn heran und so verehrten sie ihn und brachten ihm einmal im Jahr eine Jungfrau als Opfer. Eines Tages kam der mutige Siegfried ins Tal und versprach den Bewohnern die Jungfrau zu retten und den Drachen zu besiegen. Dies tat er auch und durch ein Bad im Drachenblut wurde er unverwundbar…

Der Sage nach kam der Drachenfels so zu seinem Namen. Er befindet sich zwischen Königswinter und Bad Honnef und ist ein Berg im Siebengebirge am Rhein. Mit 321 Höhenmetern eigentlich ein kleiner Berg, aber er gehört im Bezug auf die Bekanntheit zu den größten Europas. Im Mittelalter wurden von hier die Steine für den Bau des Kölner Doms abgetragen. Der Abbau des Gesteins Trachyt wurde erst 1836 gestoppt und so der Erhalt des Berges gesichert. Heute ist der ganze Berg Naturschutzgebiet und ein herrliches Ausflugsziel für Jedermann. Denn nach oben führen nicht nur verschiedene Wanderwege, sondern auch die Drachenfelsbahn macht den Aufstieg zu einem besonderen Ereignis. Wer noch klein und mutig ist, kann auch den alten, wackeligen, vielleicht auch sturen Transport wählen – den Esel.

Die Drachenfelsbahn führt einen direkt zur großen Aussichtsplattform und der Gaststätte. Von hier aus kann auch die Aussicht bis Bad Honnef genossen werden. Ein Stückchen höher liegt die Burgruine. Von der Ruine hat man einen wunderbaren Blick ins Rheintal sowie nach Bonn. Bei gutem Wetter sogar bis zum Kölner Dom.

Hat man sich für’s Wandern entschieden, kann man auf halbem Weg beim Drachenschloss (Museum) und der Nibelungenhalle (heute ein Zuhause für Reptilien und alte Gemälde) Halt machen und dort in der Vergangenheit verweilen.

Neben dem Drachenfels liegt der berühmte Petersberg, wo sich das Bundesgästehaus unserer Regierung befindet. Ansonsten sind rund herum viele Weinberge und wunderschöne Wanderwege, die das Pfadfinderherz höher schlagen lassen. Schaut doch mal bei eurer nächsten Stammes- oder Gruppenfahrt vorbei

Kathinka, Stamm Landesritter

Siegfried, der den Drachen vertrieb und tötete auf haddak.de.

Sieben Kilo Gemüse

m>26.7.2014, Samstag, Tag 1

Ich schwitze. Wir haben zehn Uhr morgens und ich stehe am Honnefer Bahnhof. Verdammt. Wieso müssen wir nach Bulgarien fahren? Ich plädiere seit drei Jahren für eine Sommerfahrt nach Südschweden und jedes Mal kam irgendetwas dazwischen. Mal eine Stammesfahrt, mal ein Bundeslager und jetzt eben der Ring. Doch ich füge mich der Mehrheit und bin irgendwie aufgeregt. Eine Ringgroßfahrt gab es noch nie in unserem Bund. Diese Hitze. Puh.

m>27.7.2014, Sonntag, Tag 2

Ich sitze im Bus. Seit gestern schon. Gut, irgendwie ist das einleuchtend, wenn man den Bus nach Burgas an der Küste des Schwarzen Meeres nimmt. Glücklicherweise sind wir nicht alleine als Stamm im Bus; die Roten Corsaren sitzen neben uns. Sonst würde ich jetzt schon einen Koller kriegen.

32 Stunden später. Die Roten Corsaren steigen aus. Koller.

Nach rund vierzig Stunden erreichen wir Burgas und begeben uns direkt auf die Suche nach einem Schlafplatz. Das ist mitten in der Nacht recht schwierig. Die Polizei warnt uns vor Zigeunern. Ich war ja bisher immer recht entspannt bei der Thematik und sah Sinti und Roma eher als bedrohte Minorität denn als eine Bedrohung. Mit dem Gedanken schlafe ich hinter dem Hafenbecken ein.

m>28.7.2014, Montag, Tag 3

Meer! Bereits kurz nach dem Loslaufen lacht uns das für das Schwarze doch erstaunlich blaue Meer entgegen. Großartig.

Wir trennen uns in die Fahrtengruppen; ich laufe ab jetzt mit meiner Sippe. Immer noch gerädert von Nacht und Busfahrt beschließe ich mit Mit-Sippenführer Simon, erst mal in der Sonne zu marinieren. Das klappt gut. Wir finden Quallen, Muscheln und Schnecken, entscheiden uns aber gegen einen Meeresfruchtteller.

Ein Minenfeld? Aua.

Ein Stück laufen wir noch weiter. Wir kommen durch ein kleines, verschlafenes Dorf, das für mich Bulgarien in meinen Vorstellungen ganz gut zusammenfasst. Etwas heruntergekommen, nicht sehr gepflegt, aber mit lieben Menschen. Wir beschließen auf einem Feld hinter dem Dorf zu nächtigen. Wir beschließen das. Die beiden Männer in Tarnuniform, die plötzlich auftauchten, haben etwas dagegen und schicken uns hügelauf. Dort sind andere ihrer Art um einen Jeep versammelt und auch sie schicken uns weg. Also queren wir die Landstraße und legen uns in einen zugegebenermaßen sehr hässlichen Feldweg. Die Mücken nerven beim Kochen und der Schlafsack ist eigentlich zu warm zum Benutzen. Trotzdem verkrümeln sich meine Sipplinge darin, gebeutelt vom Tag. Plötzlich ein Geräusch. Reifenlaute. Es kommt, wie es kommen musste. Nach rund zwei Minuten atemlosen Horchens leuchtet uns ein Scheinwerfer ins Gesicht, mit dem vermutlich damals von der MIR aus Signale an Außerirdische gesendet wurden. Sipplinge weinen, ich verstehe kein Wort. Einer der Männer, meinen Sipplingen erzähle ich später, er heiße Igor, bedeutet mich zu ihm. Er spricht nur Bulgarisch und Russisch, ich nur germanische Sprachen. Mit Händen und Füßen gibt er mit zu verstehen, dass die Gegend um uns herum explosiv sei. Ein Minenfeld? Aua. Dann gibt er mir zu verstehen, dass ich mitkommen soll. Von hinten höre ich meine Sipplinge murmeln. „Verhaftung?“ „Muss der mit?“ Zum Glück ist Simon noch da und bleibt bei den Kleinen. Ich gehe mit Igor mit. Ich denke darüber nach, wie traumhaft es eigentlich ist, am ersten Tag der Sommerfahrt um zwei Uhr nachts mit bulgarischen Soldaten durch die Gegend ins nichts zu gehen. Plötzlich stehen wir auf dem Feld, wo wir eigentlich schlafen wollten. Igor zeigt mir, dass wir hier schlafen können. Ich versuche Igor zu erklären, dass wir hier schon waren, fange dann aber unwillkürlich an zu lachen. Igor auch. Schön. Er hilft uns, unserem Krempel wieder auf das Feld zu hieven. Gute Nacht.

m>29.7.2014, Dienstag, Tag 4

Wir schlafen aus, die Nacht war kurz. Zwei Minuten vor dem Aufbruch fahren zwei Autos vor. Uniformierte Männer springen heraus, in der Hand halten sie Handschellen und Kabelbinder. Inzwischen fast gelangweilt von solchen Situationen gehe ich auf sie zu und nach ungefähr zehn Minuten eindringlichen Betrachtens bemerken sie, dass wir irgendwie keine normalen Landstreicher sind. Ein Dolmetscher wird gerufen und ich erkläre ihm alles. Pfadfinder, Deutschland, EU, Soldaten gestern, Hunger. Er nickt müde und nach anderthalb Stunden erklärt er, dass die Routinekontrolle vorbei sei. Das ging ja schnell. Und das momentan viele syrische Flüchtlinge über Bulgarien in die EU gelangen wollen. Das erklärt die bisherigen Komplikationen.

m>30.7.14, Mittwoch, Tag 5

Wir laufen durch Izvor. Beim Wasserauffüllen winkt uns ein Mütterchen heran. Wupp, sind wir um drei Kilogramm Tomaten und Gurken reicher. Bulgarien ist doch ein schönes Fahrtenland.

Dieser Verdacht bestätigt sich nur, als Simon in der Siesta an einem kleinen Fluss Dieter van Teese entdeckte. Dieter ist eine Sumpfschildkröte und extrem putzig. Leider ist sie trotzdem gegen Rennen. Langweiler.

m>31.7.14, Donnerstag, Tag 6

Vielleicht hätten wir doch nach Südschweden fahren sollen. Da gäbe es bestimmt weniger Mücken.

m>1.8.14, Freitag, Tag 7

Wir treffen Kosta. Er kommt uns in einer roten Unterhose auf der Landstraße entgegen. Kostas bester Freund wohnt in Neuss, deswegen kann er Deutsch und uns viel über das Land erzählen. Vieles bestätigt sich. Die Menschen sind arm und nicht alle profitieren von der EU. Die Reichen sind oft korrupt und die Dörfer werden immer kleiner. An einer Tankstelle trennen sich unsere Wege. Kosta geht zu einem Wasserspender und wir wieder ans Meer. Wir müssen jedoch lange suchen, um nicht an den Golden Beach Touristenstrand zu kommen.

Tausende Menschen haben sich zu einer Art grenzdebilen Nature One versammelt.

m>2.8.14, Samstag, Tag 8

Wir laufen doch wieder durch Touristenstädte. Die Ferienanlagen machen die Schranken vor uns zu, wenn wir Wasser holen wollen und im Naturschutzgebiet haben sich tausende Menschen zu einer Art grenzdebilen Nature One versammelt. Seltsame Vögel, diese Bulgaren.

m>3.8.14, Sonntag, Tag 9

Wir haben 16 Kilogramm Melone für drei Euro erstanden und verspeisen diese gerade. Mein Gott, bin ich schwanger.

m>4.8.14, Montag, Tag 10

Wir sind zurück an unserem heimlichen Strand vom dritten Tag. Badetag!

m>5.8.14, Dienstag, Tag 11

Zurück in Burgas. Wir haben die andere Fahrtengruppe wiedergetroffen, denen wir uns nun für fünf Tage anschließen, und warten auf den Bus. Das dauert lange, denn mit vorher im Internet planen ist hier nichts. Also theoretisch schon. De Facto gibt es den versprochenen Bus jedoch gar nicht und so fahren wir statt um acht Uhr um halb eins. Immerhin hatten wir so Zeit für Melone vorher. Nachteil allerdings: Wir haben in Plovdiv keinen Anschlussbus und müssen deswegen bis morgen warten. Zudem haben wir keine Lew mehr und wollen eigentlich auch kein Geld mehr wechseln. Zum Glück hat Paul eine Karte dabei, mit der sich relativ problem- und kostenfrei Geld abheben lässt. Wir kommen also weiter. Wir schlafen am Busbahnhof. Wir dachten zunächst, der Nachtwächter hätte etwas dagegen, als wir allerdings seine größte Sorge ausräumen können, dass wir unsere Notdurft zwischen den Bussen verrichten, ist er beruhigt und passt auf uns auf. Sowie die anderen Sicherheitsdienste, die extra im Auto vorgefahren sind. Die schlafen jedoch kurz darauf bei offener Autotür und knarzendem Funkgerät ein, weswegen wir doch noch Nachtwache halten. Ich bin mit Joto von drei bis fünf Uhr dran. Es gibt keinen schönen Sonnenaufgang.

m>6.8.14, Mittwoch, Tag 12

Xanthi! Endlich sind wir nach so langer Zeit in Griechenland angekommen. Die Sonne brennt und keiner will so richtig den klimatisierten Bus verlassen. Doch der Hunger ruft und wir gehen einkaufen. Danach trennen sich die Fahrtengruppen und wir schlendern in ein Gebiet, das auf der Karte, ein ausgedruckter Riesen-Screenshot von Google Maps, aussieht wie ein putziges Waldgebiet mit vielen kleinen Wegen.

Plötzlich kommen uns Kinder entgegengelaufen. Nicht zwei oder drei. Ein Dutzend. Mehr. Sie haben verlumpte Klamotten an, die, wie uns jetzt auffällt, gut zu der Gegend passen. Die Kinder lachen uns an und wollen unsere Namen wissen. Eine Frau an einer Nähmaschine winkt uns zu. Wir werden in die Dorfmitte gelotst, wo dann auch die Männer des Dorfes auf uns zueilen. Als einer die Gitarre sieht, fordert er uns auf, doch am Bahnhof ein wenig zu spielen, und deutet in eine Richtung des Viertels. Nur gibt es dort laut Karte gar kein Bahnhof. Ein junger Mann, etwa in unserem Alter, zieht Joto und mich, die Männer der Fahrtengruppe, dicht an sich und drückt uns fest die Hand. Er fuchtelt die Kinder, die inzwischen auf unsere Uhren schielen, mit einem Billardqueue weg und deutet ebenfalls in eine Richtung. Auch wenn es noch nicht alle realisiert haben: Wir sind zwei Minuten davor, ausgeraubt zu werden. Wir kriegen uns losgewunden; der junge Mann, braun mit stahlblauen Augen, hat uns gerettet. Die Fahrt wäre sonst vorbei gewesen. Beim Verlassen des Viertels ruft uns noch ein Rollerfahrer entgegen, dass wir auf gar keinen Fall in die Gegend gehen sollten.

Ortswechsel: Wir gehen in die entgegengesetzte Richtung und stoßen in eine Region mit großen Häusern und neuen Autos. Ein alter Mann zieht mich zu sich heran und klopft mir auf die Schulter. „Ich bin achtzig und du bist achtzehn!“ dröhnt er in gebrochenem Deutsch. Er hat zehn Jahre lang in Stuttgart gearbeitet. Als es Abend wird, fragen wir ein paar Männer, ob wir auf einem Baugrundstück schlafen können. Sie verneinen, das sei viel zu blöd. Wir sollen stattdessen in das Dorfrondell gehen, da sei es geschützter. Sie geben uns Tomaten, Gurken, Oliven und Paprika mit. Das Abendessen wird gemüselastig. Die Nacht über blitzt und donnert es über uns, aber kein Tropfen Regen fällt.

m>7.8.14, Donnerstag, Tag 13

Wir laufen durch ein Industriegebiet. Das ist unschön, noch schlimmer aber sind die Hunde. Als ob sie sich darum drängen, das Klischee von Hunden in Griechenland zu erfüllen, bellen sie sich den Kehlkopf aus dem Leib. Nicht alle sind angekettet, manche rennen uns hinterher. Clara hat Angst vor Hunden, wir umringen sie nach dem Sandwich-Prinzip.

Wir machen Halt an einem augenscheinlich verlassenen Haus, um zu frühstücken. Keine fünf Minuten später fährt ein Polizeiauto vor. Wer wir sind und was wir machen, möchte man wissen. Ratlosigkeit. Wandern? Warum? Und wohin? Egal, wir tun ja niemandem was.

Pause in Lefki. Eine halbe Stunde später wandern wir mit fünf Kilo Gemüse mehr weiter. Und einem Brot. Und nein, man kann nicht einfach ablehnen.

Ich treffe Augustos, einen Schäfer, der mir Roller verkaufen will, damit wir nicht mehr zu Fuß laufen müssen.

m>8.8.14, Freitag, Tag 14

Wir steigen hinauf in die Berge. Im Norden ragen die felsigen Zacken tausend Meter weit in den Himmel, aber wir bleiben im Süden, dort, wo man auf den Bergen noch Mais anbaut und Schafe weiden lässt. Wir lassen uns in einer Felskuhle mitten im Hang nieder. Ich treffe Augustos, einen Schäfer, der mir Roller verkaufen will, damit wir nicht mehr zu Fuß laufen müssen.

m>9.8.14, Samstag, Tag 15

Wir sind zurück in Lefki. Wir genießen das Sippen-Abschlussessen. Der Wirt fährt groß auf, er lässt den Koch nochmal extra einkaufen. Unsere Vegetarierin bekommt gesonderte Teller. Der Preis für all die Gänge für uns fünf Vielfraße zusammen? 50 Euro. Trinkgeld kennt keiner.

m>10.8.14, Sonntag, Tag 16

Ich laufe alleine, gelange in das Bergvorland hinter Xanthi. Vor einem Betriebsgelände komme ich nicht mehr weiter. Der Wärter sammelt mich auf. Er lässt mich auf einem Truck schlafen, der Schlangen wegen. Als er mir um halb zwölf abends Kaffee anbietet, lehne ich ab. Ich bin müde.

m>11.8.14, Montag, Tag 17

Ich stehe vor einem Militärgelände und komme nicht mehr weiter. Es bleibt nur der Umweg über die Landstraße. Wieder in den Dörfern lädt mich eine Familie zum Frühstück ein. Ihr Dorf hat keine Kirche, sondern eine Moschee. Auch das kommt vor.

Ich treffe die anderen in Toxotes wieder. Wir laufen an den Nestos, einen wunderschönen Gebirgsfluss mit Kiesstränden. Wir baden an einer Stelle mit reißender Strömung, bis wir die Blitze um uns herum einschlagen sehen. Abends treten wir in die Roverstufe über. Nie hat es dafür einen feierlicheren Ort gegeben. Die Berge umhüllen uns, wir sind klein wie Ameisen in der Stadt. Am Abend singen wir mit Maximilian Bayer und den Wildgänsen.

m>12.8.14, Dienstag, Tag 18

Wir trennen uns wieder und ich laufe mit meiner Sippe. Wir fahren mit der Bahn nach Stavroupoli. Ein wunderschönes Städtchen. Wir treffen die Roten Corsaren und Draconis.

Wir reden in einer ungesunden Mischung aus Schwedisch, Griechisch, Englisch und Deutsch.

Alina hat sich das Knie verletzt. Wir suchen einen Arzt auf, der uns zu vier Tagen Laufruhe verdonnert. Die Ringgroßfahrt im eigentlichen Sinne ist damit gelaufen. Ich versuche einen Bus zu finden, mit dem wir zum morgigen Treffpunkt fahren können. Es gibt keinen. Dafür freunde ich mich in der Kneipe mit zwei Griechen an. Der eine lebt inzwischen in Schweden und seine Tochter hat mal Barack Obama getroffen. Er zeigt mir das Foto und wir reden in einer ungesunden Mischung aus Schwedisch, Griechisch, Englisch und Deutsch. Wir haben ein feierliches Abschlussessen mit meiner Sippe und schlafen abends bei dem Griechisch-Schweden.

m>13.8.14, Mittwoch, Tag 19

Giorgos, der Besitzer der Kneipe, bringt Alina und mich nach Kechrokampros. Ich habe selten einen so offenen Menschen getroffen. Die anderen laufen über die Passstraße. Eigentlich sollten wir eine andere Gruppe treffen, aber keiner erscheint zum Treffpunkt. Frust macht sich breit.

Ungewiss, wo wir denn nun schlafen können, erobert Bene das Gemeindehaus für uns. Ich bin gerührt und glücklich, dass wir uns nicht auf den Weiden von Hunden anfallen lassen müssen.

m>14.8.14, Donnerstag, Tag 20

Eine Familie fährt Alina und mich nach Agios Kosmas, dem Treffpunkt für den gesamten Ring. Er fährt fast in eine Kuhherde, kann die Viecher jedoch durch geschickte Schläge auf den Schinken dazu bringen, zur Seite zu gehen.

Alina und ich warten lange in sengender Sonne auf die anderen, die völlig ausgelaugt ankommen. Holger, Joschi und ich machen griechischen Kaffee. Als alle zusammenkommen, gibt es ein großes Wiedersehen. Geschichten. Louisa und Angelina wurden von Hunden attackiert, meine Sipplinge erzählen mit stolz geschwellter Brust, dass sie im Lokalfernsehen gelandet sind. Und immer wieder Bekanntschaften. Mal Adonis, der Fischer mit der Lederhaut, mal Dimitris, der Stammesführer aus Xanthi.

Wir bauen auf einer Kuhweide nicht auf.

Wir bauen auf einer Kuhweide nicht auf. Es ist ohnehin zu heiß und Mücken gibt es auch keine, da kann man auch ein Ringlager ohne Zelte veranstalten. Am Abend kochen alle gemeinsam. Ein großes griechisches Abschlussessen. Mitten im hellenischen Nichts 44 verlorene, aber glückliche Pfadfinder, die sich einfach nur ihrer selbst freuen.

m>15.8.14, Freitag, Tag 21

Rückfahrt. Erst mit dem Bus nach Igoumenítsa, von da aus dann mit der Fähre über die stahlblaue Adria. Der Wind ist stark, die Stühle am Oberdeck werden weggeweht. Dem Stumpfsinn singen wir entgegen. Am Abend verteilen sich alle auf dem gesamten Schiff und schlafen unter Treppen, neben Rettungsschiffen und griechischen Truckern.

m>16.8.14, Samstag, Tag 22

Busfahrt von Venedig. Den Brenner hätten wir längst passieren sollen, aber eine technische Kontrolle bemängelt die Reifen. So warten wir drei Stunden auf Ersatzteile. Im Bus singen und lesen wir und auf einmal sind wir zurück. Um halb vier sind wir in Siegburg, verteilen Abschiedsgrüße und weinen. Unwirklich, dass alles vorbei ist.

Geo-Fahrt: Arctic Circle Trail (Grönland)

 

Dauer: 10-14 Tage
Strecke: 180 km
Anzahl Posten: 1
Schwierigkeit: anspruchsvoll

Arctic Cirlce TrailDer Arctic Circle Trail ist ein ca. 180 km langer Fernwanderweg oberhalb des Polarkreises an der Westküste Grönlands und verbindet die Küstenstadt Sisimiut mit dem am Inlandeis gelegenen Kangerlussuaq. Von Mitte Juni bis Mitte September ist der Trail schneefrei und die optimnale Reisezeit ist von Mitte Juli bis Mitte August, da die Sumpfgebiete zu dieser Zeit meist am trockensten sind. Die Wanderung kann von beiden Seiten gestartet werden, jedoch läuft die mehrzahl der jährlich etwa 300 Wanderer die Strecke von Richtung Inlandeis zur Küste (Kangerlussuaq – Sisimiut). Auf der gesamten Strecke gibt es 7 kostenlos nutzbare Hütten, die auf Grund ihrer Größe auch schnell mal belegt sein können.

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Fahrten- und Lagerleitungs-Lehrgang

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Alleine mit einem roten Rucksack gehen wir selten auf Wanderschaft.
Aber auch unsere Art zu reisen erweckt bei manchem Beobachter Erstaunen und manchmal auch Unverständnis. Und ein mulmiges Gefühl kurz vor dem Start einer Fahrt kennt wohl auch jeder Fahrtenleiter. Also wenn Du Lust hast auf weitere kuriose Ideen, eine Menge ebenso motivierter Fahrtenleiter wie dich und ein paar spannende Tage, packe deine sieben Sachen und komm mit uns in die Eifel. Ob du dazu einen roten Rucksack brauchst, musst du ganz allein entscheiden…

Der Lehrgang richtet sich an Pfadfinder und Pfadfinderinnen ab ca. 16 Jahren, die über ihre eigene Gruppe hinaus Interesse an der Planung und Mitgestaltung größerer Fahrten und Lager haben. Ziel ist es, jedem Teilnehmer das Werkszeug zur Planung und Leitung einer dreiwöchigen Großfahrt an die Hand zu geben. Der Besuch einer Sippenführungsschulung ist von Vorteil. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt: Deshalb bitten wir darum pro Stamm nicht mehr als vier Personen anzumelden.

8. – 12. Oktober
Ort: Eifel
Kostenbeitrag: 45,50 €
Anmeldung: Bis 22. September an full@dpv-nw.de

Sippenführer FSK 18?

der letzten Ausgabe des haddaks haben wir euch die Geschichte eines Sippenführers (16 Jahre) vorgestellt, der auf einem Sommerlager mit seiner Sippe unterwegs war. Er kam in vermeintliche Schwierigkeiten mit der Polizei, welche der Meinung war, der Sippenführer dürfe im Alter von 16 noch keine Kinder beaufsichtigen.

Dabei gibt es keine Altersbeschränkung.

Diese Meinung ist falsch. Die Aufsichtspflicht kann von den Personensorgeberechtigten (in der Regel die Eltern) an jemand anderes per Vertrag übertragen werden. Dabei gibt es keine Altersbeschränkung. Es ist vielmehr Aufgabe der Personensorgeberechtigten sich von der Eignung des „Vertragspartners“ (Fahrtenleitung/Sippenführung) zu überzeugen. Für uns ist es daher wichtig, dass die Eltern um das Alter der Sippenführungen wissen. Für die Stammesführung ist wichtig, dass die Sippenführungen und Fahrtenleitungen für ihre Aufgabe geeignet und entsprechend qualifiziert sind.

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